Donnerstag, 16. Juni 2011

Und wieder ab in die Berge...


 Servus miteinander!

Vieles ist passiert die letzten Tage und mittlerweile schreibe ich aus Taschkent, der Hauptstadt Uzbekistans.
Aber dazu spaeter mehr, jetzt erstmal schoen chronologisch:
Nachdem wir aus den Bergen zurueckgekehrt sind, hat Nahia sich erstmal eine ordentliche Lebensmittelvergiftung eingefangen und ist 2 Tage mit 39 Fieber flachgelegen... nach einem weiteren Tag "Erholungspause" hat uns dann allderdings wieder die Wanderslust gepackt und wir haben uns aufgemacht einen anderen Teil des Hissargebirges zu erkunden.

Ich habe ja schon von "Opa" erzaehlt, dem 81-jaehrigen Grossvater von unserer Gastfamilie. Eine echte Marke und wir haben uns super mit ihm verstanden, so dass er es sich nicht hat nehmen lassen, uns auf unserem Ausflug in den "Tatar-Canyon" zu begleiten.
Gesagt getan, wir drei sind Morgens aufgebrochen und nach ein paar "Mashrutkas" (so nennt man hier kleine Damas von Daewoo, die mit unglaublichen 11 oder mehr Leuten vollgestopft werden) waren wir am Ausgangsort. Eine wunderschoene Wanderung mit Infos von Opa welche Pflanzen fuer welche Krankheit gut sind, Geschichten von frueher (glaube ich zumindest, denn Opa spricht nur russisch oder uzbek - beides nicht Sprachen bei denen ich mit Kenntnissen glaentzen kann...) und viel guter Stimmung.


Ab und an mussten wir Steine in den Fluss werfen, denn das soll angeblich Glueck bringen. 


Wir haben wohl nicht genug Steine geworfen...

... denn als wir uns an einem kleinen Katerakt ein bisschen ausruhten, kamen dunkle Wolken auf. Ich habe gefragt ob wir besser umkehren, denn das sah nicht gut aus, aber Opa meinte nur "No problem" mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Naja, dachte ich mir, in den Alpen wuerde ich umkehren, aber ich will mal nicht schlauer sein als ein Ortskundiger. Nach einer halben Stunde fing es dann zu troepfeln an und ich habe wieder gefragt: Sollen wir umkehren? "No problem" war die Antwort und als wir uns wieder auf den Weg machten fing es ploetzlich an wie aus Eimern zu giesen! "Problem, Problem" rief Opa und hat den Rueckzug mit einer Geschwindigkeit angetreten, die eine Bergziege vor Neid erblassen liese. Zu dem Regen kam dann noch Blitz und Donner, und nach kurzer Zeit HAGELSCHAUER hinzu. Ich sollte vielleicht erwaehnen, dass wir zum Glueck Highend Goretex Jacken haben, die perfekt vor solchem Wetter schuetzen.

Zu unserem grossen Bedauern lagen diese aber trocken und sicher auf unserem Zimmer. Da schleppen wir durch alle Wuesten bei 45 Grad die Jacken mit, denn man kann ja nie Wissen... und ausgerechnet an diesem Tag lassen wir die Jacken auf dem Zimmer...

Nach ein paar hunert Metern laufen, springen, schwimmen haben wir eine kleine Felsnische gefunden, in die wir uns alle kauerten. (Wir waren alle nass bis auf die Haut und es ist richtig a***kalt geworden) 

Die Felsnische, zusammen mit Opas Sacko, das wir provisorisch als Regenschirm genutzt haben, hat erstmal fuers Groebste geholfen, bis dann das gesammelte Regenwasser aus den Bergen in unsere Felsnische gestroemt ist. Eine Fluss aus rotbrauner Pampe hat sich ueber uns ergossen und das ganze war so sureal, dass wir alle lautstark zu lachen anfingen und uns nicht mehr eingekriegt haben.

Nach einer halben Stunde war der Spuck vorbei und wir sind starr vor Dreck und pudelnass zurueckgegangen.
Wir haben uns im Fluss halbwegs "Mashrutka"-tauglich sauber gemacht, wurden danach noch zweimal vom Regen erwischt, aber wir haben dann, immer noch hin und wieder in Lachkraempfe ausbrechend die Strasse erreicht.

Dort hat der Regen die Strasse unpassierbar gemacht, und alle Taxis, Busse, Mashrutkas warteten darauf, dass die Furten wieder passierbar wurden. Zu unserem Glueck war eine Gruppe Jugendlicher in einem 4x4 Damas auf dem Weg nach Shahrisabz und die hatten keine Lust zu warten. Als sie uns fragten ob wir mitwollten, haben wir nicht lange ueberlegt und sind eingestiegen. Eigentlich ist eingestiegen das falsche Wort. Tetris - falls noch jemand dieses geniale Spiel aus der Zeit vor "Internet 2.0" kennt - trifft es besser. Wir waren 15(!) Leute im Damas. Der Damas hatte darueberhinaus noch ein fettes Kenwood Soundsystem und so sind wir zu noch fetteren Rap und HipHop Beats zurueck zu unserer Gasfamilie gerauscht.

Alles in allem ein echt spezieller Ausflug!
 

Keine Kommentare: